WAK.MB-Debatte.4-09-TL

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Beitrag von Tilman Loos im Mitteilungsblatt Nr. 3/4-2009

Junge Menschen unerwünscht?

Das Ergebnis der Wahl der VertreterInnen zur Aufstellung der Bundes- und Landesliste auf der Gesamtmitgliederversammlung der LINKEN hat für die Jugend in der Partei einen bitteren Beigeschmack: Unter den 32 Gewählten war kein einziges Mitglied des Jugendverbandes. Die Stimmung bei den Betreffenden war danach stark getrübt. Das Gefühl, für das Plakate kleben und hängen und andere aktive Parteiarbeit gut genug zu sein, jedoch nicht in die aktive Mitbestimmung einbezogen zu werden, machte sich breit. Doch auch abseits von den betroffenen und enttäuschten jungen Menschen an diesem Tage darf dieses Wahlergebnis als problematisch bewertet werden. Wer sich die Altersstruktur der Partei ansieht sowohl hier vor Ort in Leipzig als auch bundesweit - der muss sich ernsthafte Sorgen machen: Das Durchschnittsalter der Parteimitglieder in Sachsen ist 69 Jahre - tendenz steigend. Wenn die Partei nicht in einen Teufelskreis hingeraten will, muss sie jetzt handeln: Denn je weniger junge Menschen in einer Partei engagiert sind, desto unattraktiver wird ein Parteibeitritt für andere junge Leute, da diese sich zunehmend alleingelassen und isoliert fühlen würden. Sowohl für junge Parteimitglieder selbst als auch für die öffentliche Wahrnehmung ist die Möglichkeit zur aktiven Mitgestaltung und auch Mitbestimmung unerlässlich. Die niedrige Präsenz der Parteijugend wird auch von den WählerInnen bemerkt. Laut einer aktuellen Umfrage der LVZ schneidet die DIE LINKE in Leipzig bei den 18- bis 29-jährigen katastrophal ab. Die Umfragewerte in dieser Altersgruppe sind nicht einmal halb so stark wie die in anderen Altersstrukturen. Es gilt also das Problem offensiv anzupacken - sonst gibt es in 50 Jahren keine große LINKE mehr. Dabei sollen jung und alt auch nicht gegeneinander ausgespielt werden - sondern gemeinsam überlegen, wie man die Partei für alle Altersstrukturen interessent und wählbar machen kann. Das Wahlergebnis der Gesamtmitgliederversammlung ist somit eindeutig ein politisches Problem. Auch eines, das sich mit Sicherheit nicht über einfache Quotenregelungen lösen lässt. Vielmehr muss das politische Bewusstsein für die Notwendigkeit der aktiven Beteiligung junger Menschen aus Partei und Jugendverband geschärft werden.

Tilman Loos