WAK.Debatte.Herrschaftsmethoden.Prosumption

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Prosumption (Prosumtion)/ Prosumer = Produzent + Konsumer/ Konsument

Vorbemerkung

Ich denke es muß differenziert werden zwischen Prosumption die von profitorientierten Unternehmen und Konzernen betrieben, ja zum Teil erzwungen wird - mich zum Prosumer (wider Willen) machen wollen - und der Prosumption die Menschen in kooperativen, nicht-profit-orientierten Zusammenhängen freiwillig bzw. bewußt eingehen. --RedTeddy 10:19, 9. Mär. 2013 (CET)

Beschreibung

Kunden bzw. Konsumenten zu (Mit-)Produzenten machen - Männer wie Frauen. In der Wirkung ist es eine Herrschaftsmethode des kapitalistischen Systems, das danach strebt Aufwände, lies Kosten, zu externalisieren (Lt. WP: Externalisierung - in einem relativ engen Sinn - "... in Betriebswirtschaft und Volkswirtschaft das Abwälzen privater Kosten auf die Gemeinschaft, die Nicht-Bilanzierung der von einem Wirtschaftssubjekt verursachten Umweltschäden sowie die Verlagerung von Zahlungen auf zukünftige Generationen und damit die Generierung externer Kosten").

Links zum Thema

  • http://de.wikipedia.org/wiki/Prosumer
    • Zitat: "Alvin Toffler führte 1980 in dem Buch „Die dritte Welle“ („The Third Wave“)[1] den Begriff ein. Er bezeichnet Personen, die gleichzeitig Konsumenten, also Verbraucher (englisch: „consumer“), als auch Produzenten, also Hersteller (englisch: „producer“), des von ihnen Verwendeten sind. Im Rahmen der Personalisierung von Gütern gibt der Konsument (freiwillig) Informationen über seine Präferenzen preis, welche die Grundlage für die Erstellung des eigentlichen Gutes darstellen. Der Konsument wird Teil des Produktionsprozesses und somit zu einem gewissen Grad auch zum Produzenten des Gutes."
  • http://en.wikipedia.org/wiki/Prosumer - die engl. WP scheint etwas kritischer als die Deutsche zu sein.
  • Arbeitender Kunde in der WP
    • Zitat: "... dass die Konsumenten immer häufiger (nicht immer freiwillig und meist ohne finanzielle Kompensation) Arbeiten übernehmen, die bisher von den Betrieben geleistet wurden. Weitgehend unbemerkt werden Kunden damit quasi zu unbezahlten informellen Arbeitskräften der Unternehmen – und immer stärker ziehen damit im engeren Sinne ökonomisch genutzte produktive Funktionen in das Privatleben vieler Menschen ein.
    • Dies ähnelt einer Entwicklung, die in den 1980er Jahren der amerikanische Zukunftsforscher Alvin Toffler (1980) als verstärktes „Prosuming“ (die Verbindung von „Consuming“ und „Producing“) bezeichnet hatte. War dies für Alvin Toffler ein Schritt, in dem sich Konsumenten ein Stück Produktionssouveränität zurückerobern wollen und können, so erweist sich dies aktuell primär als eine wirtschaftliche Entwicklung, in der sich eine unternehmerische Verlagerung von Kosten bzw. eine Erweiterung von Wertschöpfungspotenzialen vollzieht. Der amerikanische Soziologe George Ritzer macht aktuell mit seiner viel beachteten These der McDonaldisierung (1995) auf ähnliche Vorgänge aufmerksam." (ebendort). 19:07, 2. Jan. 2014 (CET)
  • Der Arbeitende Kunde - Wenn Konsumenten zu unbezahlten Mitarbeitern werden. SozialwissenschaftlerInnen zum Thema
  • Konsumarbeiter werden "Prosumer", Karl Kollmann - telepolis, 30.06.2010, Wie man den immer mehr werdenden Selbstbedienungszwang zu einer geglückten Entwicklung des Kapitalismus stilisieren kann
    • Zitat: "Die Ausbeutungsmaschinerie der Konsumgesellschaft schreitet voran, und die Machtunterworfenen tun dabei mit. Oft sogar recht gern, denn Konsumieren ist der einzige Lebensbereich, in dem die Glücksversprechen noch halbwegs halten. Und die Arbeit, die der Konsum macht, die Co-Produktion, zu der Verbraucher "eingeladen" werden, gefällt diesen anscheinend. In der Selbstbedienungsgesellschaft wird gern gratis gearbeitet. Zum einen, da man die Arbeit nicht so direkt merkt, zum andern, da das alle machen (müssen). Und zum dritten, da das auch ein bißchen Souveränität zu versprechen scheint."
  • Milliardengrab Verwaltung, Effizienzstudie ergibt deutliches Sparpotential bei den gesetzlichen Krankenkassen, Ulrike Henning, 02.07.2010, Neues Deutschland, S.6
    • Zitat: "Aus Sicht von Neumann können aber auch andere Kassen ihren Versicherten mehr zutrauen und so ihre Sachbearbeitung "verschlanken". ((Anmerkung: zitierter Neumann: Chef der BIG-Direkt, einer Online-GKV))
      • Kommentar: SDO! Lang: "Schönen Dank Oooch!" --RedTeddy 09:28, 9. Apr. 2011 (UTC), Für Nicht-Sachsen: "Schönen Dank Auch!"
  • Freitag, 19.10.2012, 20:10 - Das Feature - Ihre Meinung ist uns wichtig! Oder Wenn aus Konsumenten Prosumenten werden. Von Barbara Eisenmann, Regie: Uli Lampen, NDR/DLF 2012
    • Zitat: "... Arbeitssoziologen sehen vor allem den unbezahlten Mitarbeiter und neue Formen der Ausbeutung. Marxistisch geschulten Gesellschaftskritikern schwebt bei all dem die 'freie Assoziation der Produzenten' vor. Sie haben Kooperationen im Blick, die in einer digitalen Welt unter Umständen auch ohne Kapitalismus verwirklicht werden können. Und wir Kunden hängen derweil, unfreiwillig profitmaximierend, in Warteschleifen fest, wenn wir nicht gerade im Netz Arbeitsplätze in Reisebüros vernichten oder an der Verschlankung der Finanzämter arbeiten."

Aufzählung weiterer Formen

  • weitere Beispiele von Prosumption:
    • Kaufhalle/Supermarkt,
      • erinnert sich noch jemand an den (echten, alten) Tante Emma Laden?
    • Versandhandel allgemein und
    • IKEA (und deren Klone) im besonderen,
    • die Selbstbedienung(SB) an den Tankstellen,
    • SB beim Essen (McDonalds, Kantinen),
    • SB-Terminal u.a. bei Banken und Sparkassen,
    • dem Finanzamt und
    • zunehmend auch in der Stadtverwaltung - das wird dann neudeutsch e-Government genannt,
    • Paketstationen der Deutschen Post/DHL,
    • ...

Kommentar

Es piept mich einfach nur an, wie durch Prosumption bisher interne Arbeiten von (ehemals) angestellten, tariflich bezahlten Mitarbeitern für ein paar scheinbar gesparte Kostenprozentchen auf die Kunden abgewälzt werden. (Wurde dabei jemals wirklich etwas preiswerter?) Dann (Jahre später!) wundert mensch sich warum er/sie/es keine Zeit mehr für die wirklich wichtigen Dinge des Lebens hat ... trotz lange Zeit permanenter Verkürzung der Arbeitszeit seit dem Jahre 1800 bzw. 1848 bis beinahe heute (1995: Einführung der 35-Stunden-Woche in der Metallindustrie). Wir werden hier abgelenkt und beschäftigt - <ironie> um bloß nicht diese Gesellschaft (zum Besseren) verändern zu können <ironie/> - in Richtung sozialer, ökologischer, fairer, menschlicher, mehr Freizeit durch Arbeitszeitverkürzung (nicht auf Kosten von Kunden), freiheitlich und gleichzeitig verantwortungsbewusster, nachhaltiger, demokratischer ... --RedTeddy 09:28, 9. Apr. 2011 (UTC), der sich wehrt Prosumer von ... Konzernen zu werden.

Schreibweise

Prosumption oder Prosumtion? Letzteres kommt seltener vor. Kommt aber vor.