LVB.umweltcard-gold

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So ging es los: "10.12.2008 Neue Generation Fahrscheine – Für Stammkunden der LVB wird es einfacher

Die Leipziger Verkehrsbetriebe führen ab April 2009 als erstes Verkehrsunternehmen in Ostdeutschland eine elektronische Chipkarte als Fahrtkarte für Stammkunden ein. Die Umstellung erfolgt…"

auf http://www.lvb.de/index.php?page=77 -- gefunden im Link am 2008-12-28 und früher

(Ein direkter Link aufs Dokument geht nicht elegant/ geht im Wiki gar nicht.)


Die Meldung hat mich stutzig gemacht und ich recherchierte und es kamen Fragen:


Anfrage

28.12.2008 - An: info (at) lvb.de

Betreff: Fragen zur LVB-Umwelt-Karte Gold, neudeutsch/ denglisch: UmweltCard gold

Sehr geehrte Damen und Herren,

Ich las Ihre Pressemitteilung und stutzte ... UmweltCard gold. Schick! Was ist das technisch? Las bei Lizzy-Online weiter und fand einen Leser-Verweis auf die Oyster Card. Stimmt das? Ist diese Karte eine Variante der Oyster Card? Wenn ja: dann wird es sehr spannend, um nicht zu sagen bürgerfeindlich. Wenn nein: auf welcher Technik beruht sie dann? "... integrierter Chip..." RFID? Welches System? Wie sollen konkret Datenschutz und Datensicherheit gewährleistet werden? Wie wurde der Fahrgastbeirat eingebunden? Wie und womit wurde er informiert? Wann stellen sie uns Bürgern diese Informationen zur Verfügung? Bitte mehr Transparenz! Das war eigentlich auch eine Lehre aus dem Bürgerentscheid in Leipzig. Transparenz. Eventuell nicht für alle in Leipzig (verständlich).

Nur einen Hinweis = Link aus meiner Recherche zur Oyster Card: "Britischer Geheimdienst will Bewegungsprofile auswerten - Londoner Inhaber von Monatskarten im Visier - Der britische Geheimdienst MI5 will mit Datamining die Bewegungsprofile im Londoner Nahverkehr auswerten." auf http://www.golem.de/0803/58441.html Kein April-Scherz. Die Meldung ist vom 18. März 2008.

Mit freundlichen Grüßen!

Jens N. 04xxx Leipzig

attac Leipzig, APRIL-Netzwerk, LVB-Abokunde


Bem.: Habe u.a. auch die Kollegen von http://wiki.vorratsdatenspeicherung.de/Ortsgruppen/Leipzig informiert.


Antwort

Sehr geehrter Herr N.,

Ihre mail vom 29.12.2008 haben wir mit großem Interesse gelesen und möchten die darin gestellten Fragen in der Anwendung der Chipkarte gern transparent darstellen.

In Ihrer mail äußerten Sie die Vermutung, dass der verwendete Chip auf Grundlage des RFID-Verfahrens basiert, welche wir bestätigen. Allerdings bildet Radio Frequency Identification (RFID) den Oberbergriff für eine Vielzahl von kontaktlos lesbaren Datenträgern. Bei den durch die LVB verwendeten Chip, nach ISO/IEC 14443, ist der Abstand zum Lesegerät bewußt auf wenige Zentimeter beschränkt. Das heißt, die Größe der Antenne in der Karte sorgt dafür, dass der Abstand nicht überschritten werden kann. So stellen wir sicher, dass ein Lesevorgang nur durch die bewußte Handlung unserer Kunden ausgelöst werden kann.

Bei unserer Variante des Chipkarte ist es nicht möglich, Daten welche bei einer Ticketprüfung aus der Karte gelesen werden, einem Kunden zuzuordnen. Die beiden Datenverwaltungssysteme sind in der Anwendung strikt von einander getrennt. So erkennt das eine Systemmodul die Gültigkeit des Tickets und den Ort der Prüfung, das andere System identifiziert den Kunden, welcher im Zusammenhang mit dieser Karte erfaßt wurde, jedoch nicht die Häufigkeit oder die Orte der Kontrollen. Gestatten Sie uns noch kurz den Begriff „Ort“ zu definieren. Unter einem Ort bei dieser Art der Datenerfassung verstehen wir die jeweilige Tarifzone. Das heißt weder Linien, Haltestelle noch Fahrtrichtung werden dabei erfaßt und gespeichert. So ist es mit diesem Verfahren nicht möglich Bewegungsmuster einem Kunden oder einer Kundengruppen zuzuordnen.

Um den Nutzern letztlich die Möglichkeit zu geben, den Inhalt Ihrer Karten zu prüfen und sich somit mehr Transparenz zu verschaffen, wird es Kundenterminals geben. Diese finden Sie an öffentlich zugänglichen Orten. Auch dabei erfolgt keine Speicherung über die Häufigkeit des Auslesens oder der Standortinformation.

Bis zum jetzigen Zeitpunkt wurde der Fahrgastbeirat noch nicht gesondert über die Einführung der Abo-Chip-Karte informiert. Dies werden wir zu gegebener Zeit nachholen.

Sollten Sie weiterführende Fragen oder Anregungen an uns haben, so nehmen wir diese gern entgegen. Gerade in der Anfangsphase möchten wir unsere Kunden intensiv begleiten, damit sich für beide Seiten eine positive Wahrnehmung entwickelt.

Freundliche Grüße

Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) GmbH A. S. ABO - Kundenbetreuung Teamleiterin Karl-Liebknecht-Str. 12 04107 Leipzig Tel: (03 41) 4 92 xx xx

Fortsetzung

B.B.:

  • Was steckt also hinter dieser Einführung?
  • Das kann doch tatsächlich nicht die Kostenminimierung in den nächsten Jahren sein, oder?
  • Wer verdient an den technischen Geräten, die jetzt dafür angeschafft werden müssen?
  • Welchem "verdienten Mitbürger/Unternehmen" soll damit aus der Finanzkrise geholfen werden?


--RedTeddy 23:46, 29. Jan. 2009 (CET):

  • Wie werden die in der Antwort gemachten Zusicherungen sichergestellt?
  • Wer führt ein unabhängiges Datenschutz-Auditing durch?
  • Wer führt ein unabhängiges Datensicherheits-Auditing durch?
  • ...

LVB-Experten-Chat

Dokumentiert in LVB-Experten-Chat 22.1.09

siehe auch