KWL

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Kommunale Wasserwerke Leipzig GmbH (KWL)

Mehr zu den Hintergründen des Finnazskandals siehe CBL.KWL-Skandal.

https://www.l.de/wasserwerke/ - Seit 2016 gemeinsamer Auftritt der Leipziger Stadtfirmen als Stadtholding Leipziger Gruppe

  • Gesellschafter: 74.65 % LVV, 25.35 % Zweckverband Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung Leipzig-Land (ZV WALL)

Dem Zweckverband gehören die folgenden Gemeinden an: Wiedemar, Zwochau, Schkeuditz, Lindenthal-Wiederitzsch, Lützschena-Stahmeln, Böhlitz-Ehrenberg, Markranstädt, Kitzen, Zwenkau, Markkleeberg, Großdeuben, Großpösna, Belgershain, Holzhausen/Liebertwolkwitz, Mölkau, Engelsdorf, Borsdorf, Taucha (Quelle: LVZ, 01.10.2008)

Geschäftsführung:

  • Michael M. Theiß, Finanz-GF (LVZ, 12.04.2013), Rechtsanwalt, Gründer des Leipziger Beratungsfirma Isucon, früher Dresdner Bank, DB, Sachsen LB
  • Ulrich Meyer (Technischer GF, Jg. 1967), vorher Leiter Industrie bei Veolia Wasser und Projektleiter bei der Veolia-Tochter Oewa, ab 01.03.2011
    • Vertrag bis 2021 verlängert (LVZ, 03.06.2015)

Frühere Geschäftsführung:

  • Matthias Leutert (März 2012 bis März 2013, interimsweise Finanz-GF, Jg. 1965, Ingenieur für Wasserwirtschaft, vorher Prokurist bei PWC)
  • Volkmar Müller (Jan 2010 bis März 2012, vorher Prokurist der BBVL, danach GF der LVV)
  • Rainer Prigge (Technischer GF, Jg. 1944), vorher im Bereich Personal- und Unternehmensberatung bei einer Schweriner Tochter der Hamburger Gaswerke tätig, bis Ende 2010, danach Ruhestand
  • Andreas Schirmer, technischer Bereich (fristlos entlassen im Jan. 2010)
  • Klaus Heininger, kaufmännischer Bereich - außerdem kaufmännischer GF der LVB (fristlos entlassen im Jan. 2010)

Aufsichtsrat

  • Vorsitzender: Volkmar Müller (kaufm. GF der LVV) (LVZ, 13.03.2015)
    • vorher: Torsten Bonew (02.2013-03.2015), Detlef Kruse (02.2010-02.2013), Andreas Müller (02.2007-02.2010), vorher Klaus Schirmbeck
  • 1. Stellvertreter: Holger Schirmbeck (BM in Taucha)
  • 2. Stellvertreter: Matthias Geidel (Betriebsratsvorsitzender)
  • Der Vorsitz wird turnusgemäß nach den Stadtratswahlen neu besetzt
  • Aufgaben: Abwasserentsorgung und Abwasserbeseitigung und andere kommunale Dioenstleistungen

Finanzen

(Quelle: LVZ, 08.06.2007)

  • Umsatz: 124.6 Mio Euro (2011), 132.7 Mio Euro (2010), 138.9 Mill. Euro (2008), 142.2 Mill. Euro (2007), 143 Mill. Euro (2006), 144 Mill. Euro (2005)
  • Gewinn: 30 Mio Euro (2015), 13.7 Mio Euro (2012), 18.3 Mio Euro (2011), 16.7 Mio Euro (2010), 11 Mill. Euro (2009), 22.9 Mill. Euro (2008), 20 (alt 23.2) Mill. Euro (2007), 14 (alt 22.6) Mill. Euro (2006), 22.1 Mill. Euro (2005)
    • 2014: 30.6 Mio Euro Gewinn im operativen Geschäft. (LVZ, 06.06.2015)
    • In 2013 wurde unterjährig eine Rückstellung in Höhe von 77.6 Mio Euro für den in der ersten Instanz verlorenen Prozess gegen die LBBW gebildet und im Okt. durch die LVV abgelöst. Ohne diese Ablösung hätte die KWL einen Verlust von 64.8 Mio Euro ausweisen müssen (LVZ, 22.10.2013)
    • In 2012 11 Mio Euro Rückstellungen für Anwalts- und Gerichtskosten, in 2010 und 2011 waren es noch jeweils weniger als 2 Mio Euro. (LVZ, 30.07.2013)
    • Für 2011 erwartet die BBVL auf der Grundlage der Ergebnisse des 3. Quartals für die KWL einen Gewinn von 21.9 Mio Euro, was 2.7 Mio Euro unter dem Plan liegt. (Quelle: LVZ, 15.02.2012)
    • Im Geschäftsbericht 2010 der LVV sind 14.4 Mio Euro (2010), 9.9 Mio Euro (2009) ausgewiesen.
    • Neuberechnung in 2010 nach Auffliegen der Londoner Deals, aus denen rückwirkend 35.8 Mill. Euro in die Bilanzen aufgenommen werden mussten (Quelle: LVZ, 18.06.2010)
    • Die Gewinne in den Jahren 2006 bis 2008 mussten um 24.7 Mio Euro nach unten korrigiert werden. Die LVV zahlte Ende 2010 20 Mio Euro an die KWL zurück. Der ZV WALL zahlt bis Ende 2014 nichts zurück. Ein entsprechendes Stillhalteabkommen wurde geschlossen. (Quelle: LVZ, 19.05.2011)
  • Rückstellungen: 132 Mill. Euro (2006), 143 Mill. Euro (2005)
  • Verbindlichkeiten: 80 Mill. Euro (2008), 75 Mill. Euro (2006), 84 Mill. Euro (2005)
  • Eigenkapitalquote: 55.2% (2006), 53.9% (2005)
  • 22 Millionen Gewinnabführung an LVV jährlich (Quelle: LVZ 12.09.2007)
  • Abwasserabgabe: 11.1 Mill. Euro (1999), 5.5 Mill. Euro (2006), 4.2 Mill. Euro (Plan 2009). (Quelle: LVZ 12.09.2007)
  • Investitionen: ca. 40 Mill. Euro Baubudget jährlich 2009 bis 2011 (Quelle: LVZ 03.05.2006)
    • 2016 soll die Erweiterung der Kläranlage im Rosental als Mega-Investition starten. (LVZ, 06.06.2015)
  • Investitionsvolumen:
  • Trinkwasserverbrauch pro Tag und Bürger: 87.5 l (2008), 89.9 l (2005), 92.3 l (2000), 115.3 l (1993)
  • Einzugsbereich mit 615.000 Kunden (Quelle: LVZ 12.06.2009)

Töchter

  • Bau + Service Leipzig GmbH
    • Gesellschafter: 100% KWL
    • Aufgaben: Erbringung von Dienstleistungen aller Art für Anlagen der Wasserver- und Abwasserentsorgung, wickelt alle Bauinvestitionen für die KWL-Gruppe ab; Leipzigs KMU fordern seit Jahren die Privatisierung dieser städtischen Firma (Quelle: LVZ, 08.06.2007)
    • Gewinn 2006: 675400 Euro
  • GbR Fernwasser Sachsen-Anhalt GmbH/KWL
    • Anteile: 50% KWL
    • hält 51% Anteile an der Fernwasserversorgung Elbaue-Ostharz GmbH
  • IESI Vertriebsgesellschaft Energie und Wasser GmbH
    • Anteile: 100% KWL
  • LSI GmbH
    • Anteile: 100% BSL
  • Sachsen Wasser GmbH
    • Gesellschafter: 100% KWL
    • Aufgaben: Wasserwirtschaftliche Dienstleistungen; Beratungsleistungen; Betriebsführung für Kommunen und Unternehmen; Managementleistungen, Projektentwicklung, Schulungen, Weiterbildung
    • gegründet 2000 als Technologietransfer-Unternehmen
    • GF Jürgen Wümmel (2009)
    • Umsatz: 6.5 Mill. Euro (2007)
    • Gewinn: 195.000 Euro (2007)
  • Sportbäder Leipzig GmbH, http://www.sportbaeder-leipzig.de
    • Gesellschafter: 100% KWL
    • GF: Joachim Helwing (Quelle: LVZ, 05.12.2008)
    • Fraktionsübergreifend wird im Stadtrat vorgeschlagen, das Budget 2009 um zunächst 300.000 Euro zu erhöhen. Zugleich soll 2009 der Bäderleistungsfinanzierungsvertrag neu verhandelt werden. (Quelle: LVZ, 31.12.2008)
    • Der Aufsichtsrat droht mit der Schließung der Schwimmhalle Mitte sowie des Freibads Schönefeld, wenn im Rahmen der Neuverhandlung des Bäderleistungsfinanzierungsvertrags keine Lösung für die Mehrbelastungen aus den Tarifabschlüssen gefunden werden, die zu einer Steigerung der Personalkosten von 15% = 450.000 Euro in den nächsten zwei Jahren führen werden. Derzeit bezuschusst die Stadt den Betrieb der 8 Schwimmhallen und 5 Freibäder mit jährlich 4.3 Mill. Euro bei Umsatzerlösen von knapp 1.7 Mill. Euro. In den letzten Jahren wurden 17 Mill. Euro in Modernisierung und Neubau von Bädern investiert. (Quelle: LVZ, 04.+05.12.2008)
    • kein Beitrag zum Gewinn 2006, aber 6 Mill. Investitionen (Quelle: LVZ, 08.06.2007)
  • Wasseraufbereitung Knautnaundorf GmbH
    • Anteile: 100% KWL
  • Wassergut Canitz GmbH, http://wassergut-canitz.de/
    • Gesellschafter: 100% KWL, GF Lutz Reichardt (bis Anfang 2010)
    • Aufgaben: Erhaltung ökologischer Systeme; ökologischer Landbau und Forstwirtschaft; Sicherung der Wasserversorgung; Schonung und Pflege des Grundwassers; Bodenschutz
    • Betreibt auf 750 ha ökologischen Landbau

Preise

Preise (QN 2.5, Verbrauch ca. 70 m^3 pro Jahr, netto)

                W     G       A     S      N
 ab Jan  2016  1.73  108.96  1.09  55.32  60.00
 ab Jan  2014  1.73  108.96  1.09  48.00  71.00
 ab Jan  2012  1.67  102.00  1.01  45.00  75.00
 ab Jan  2010  1.70  132.00  1.21  51.00  86.00
 ab Jan  2008  1.59  120.00  1.31  54.00  79.00
 ab Jan  2007  1.59  120.00  1.38  60.00  82.00
 ab Jan  2005  1.59  120.00  1.41  60.00  84.00
 ab März 2003  1.46  110.40  1.56  63.48  79.00
 ab Juli 2001  1.46  110.40  1.81  73.68  92.00
 ab März 2003  1.46  110.40  1.81  73.68  96.00

Versorgung: W = Wasserpreis in Euro/m^3, G = Grundpreis in Euro/Jahr für QN 2.5 (seit Jan 2012 Basis- und Bereitstellungspreis),

Entsorgung: A = Abwasserpreis in Euro/m^3, S = Servicepreis in Euro/Jahr (ab 2009 Grundpreis, ab 2012 Basis- und Bereitstellungspreis), N = Niederschlagswasser ct pro m^2 und Jahr

Umsatzsteuer: Versorgung 7%, Entsorgung 19%

Presse

  • Das Londoner High Court of Justice hat entschieden, dass der entstandene Gesamtschaden allein aus dem Handeln der UBS resultiert, die sowohl die KWL als auch die anderen beteiligten Banken (LBBW, Depfa) durch Falschinformationen (und im Fall der KWL auch durch Bestechung) zur Beteiligung an den Deals verleitet hätten. Darüber hinaus müsse sich die UBS zurechnen lassen, dass der Totalausfall der Einlagen aus dem eigenen miserablen Portfolio-Management resultiert, so dass den Gesamtschaden - auch den der anderen Banken - die UBS tragen muss. Damit ist das (für die KWL gute) Ende auch der Prozesse der anderen Banken gegen die KWL in Sichtweite. Die KWL wird auf etwa 50 Mio. Euro Anwaltskosten sitzen bleiben, die der Gegenseite nicht in Rechnung gestellt werden können (LVZ, 05.11.2014).
  • Die LVV nimmt das Prozessrisiko aus dem Rechtsstreit zwischen LBBW und KWL bis zu 95 Mio Euro in die eigenen Bücher und stellt die KWL vom Risiko frei, die damit ihre eigene Rückstellung von 77.6 Mio Euro auflösen und wieder Gewinn ausschütten kann, was die vertraglich vereinbarte Verkehrsleistungsfinanzierung sichert. Die wäre sonst defizitär und aus der Stadtkasse auszugleichen gewesen. Außerdem wird dem Minderheitsgesellschafter ZV Wall eine jährliche Mindestzahlung von 0.5 Mio Euro garantiert. (LVZ, 22.10.2013)
  • Der unwiederbringliche Gesamtschaden (u.a. Anwalts-, Gerichts- und Gutachterkosten) aus den Heininger-Wetten liegen bereits bei 50 Mio Euro, wobei die Belastungen aus dem ergangenen ersten Urteil am Leipziger Landgericht noch nicht mit eingerechnet sind. (LVZ, 30.07.2013)
  • Steuernachzahlung von 128 Mio Euro an die sächs. Finanzverwaltung wird auf sechs Jahre verteilt. (LVZ, 12.06.2012)
  • KWL will zum Januar 2012 die Preise senken, da die Instandhaltungskosten deutlich gesunken sind. (Quelle: LVZ, 03.03.2011)
  • Korruption - Deckel drauf. Der Prozess um Leipzigs Wasserwerke-Skandal klärt eines nicht: Wer trägt die politische Verantwortung? Datum: 28.1.2011 - 10:45 Uhr - (Quelle: zeit.de, 28.01.2010)
  • Im Interview mit der LVZ erläutert Aufsichtsratsvorsitzender Detlev Kruse (LVV) u.a., dass für "das Zins-Swap-Geschäft" 7.6 Mio Euro in der Bilanz 2009 zurückgestellt wurden. Für 2010 ist das Vorgehen noch offen, mit derzeit 20 Mio Euro liegt der Gewinn leicht über dem Plan. (Quelle: LVZ, 19.01.2010)
  • Als zweiter GF wird Rainer Prigge, vorher Leiter der Revision sowie kaufm. GF bei einer Tochter der Hamburger Gaswerke, bestellt. (Quelle: LVZ, 20.01.2010)
  • Auch Lutz Reichardt, seit 1999 Prokurist der KWL und GF der Wassergut Canitz GmbH, wird mit Bezug auf die Londoner Geschäfte beurlaubt. (Quelle: LVZ, 19.01.2010)
  • Auf der Basis der vorläufigen Ergebnisse der vom Gesellschafter LVV eingesetzten 8-köpfige Prüfungsgruppe der KPMG beschließt der Aufsichtsrat auf seiner Sitzung am 08.01.2010, die am 22.12.2009 im Zusammenhang mit dubiosen Umständen um die Kreditabsicherung von CBL-Verträgen beurlaubten KWL-GF Heininger und Schirmer fristlos zu entlassen. Mehr zu den Hintergründen siehe CBL.KWL-Skandal. Neuer KWL-GF wird Volkmar Müller. Risiken aus dem Geschäft sollen zunächst über die (eigentlich für Investitionen vorgesehene) Rücklage der KWL in Höhe von 175 Mill. Euro abgefangen werden. OBM Jung sowie die Führung der LVV haben gegen Heininger und Schirmer Strafanzeige wegen des Verdachts auf Untreue gestellt. Die LVV prüft weiterhin eine Schadensersatzklage. Gegen Heininger ist bereits eine Anklage wegen Bestechlichkeit, Untreue und Steuerhinterziehung im Zusammenhang mit dem CBL-Deal der KWL aus dem Jahre 2003 anhängig. (Quelle: LVZ, 09.01.2010)
  • Nach mehrjährigem Preismoratorium kündigen die KWL eine Preiserhöhung für Trinkwasser zum Januar 2010 an. Gleichzeitig sinken die Abwasserpreise, was sich in einer Erhöhung der Kosten um 2-3% pro Haushalt führt. Dies liege noch unterhalb der allgemeinen Teuerungsrate. (Quelle: LVZ, 05.09.2009)
  • Bei der Vorstellung des Geschäftsberichts 2008 wird der weitere Rückgang des Pro-Kopf-Verbrauchs thematisiert. Der geringe Wasserfluss erhöht die Betriebskosten, weshalb eine Preiserhöhung um etwa 5% ab 2010 erforderlich ist. Die letzte Preisanhebung fand 2005 statt. In den letzten Jahren wurde viel in die Netz-Erweiterung investiert, in Zukunft steht die Erneuerung im Vordergrund, für die geringere Fördermittel ausgereicht werden. Das bedeutet eine höhere Kreditaufnahme der KWL. Gewinne müssen komplett an die Gesellschafter abgeführt werden. Der Investitionsbedarf für die kommenden 20 Jahre wird allein im Trinkwasserbereich auf 365 Mill. Euro geschätzt. (Quelle: LVZ, 12.06.2009)
  • Die 2000 gegründete Tochter Sachsenwasser GmbH exportiert weltweit Know-How der Optimierung der Wasserwirtschaft. In Deutschland betriebt sie 8 Wasserwerke und 10 Kläranlagen. Die LVZ berichtet über ein aktuelles Projekt in Tulkarem in der palästinensischen Westbank. (Quelle: LVZ, 19.01.2009)
  • Investitionen in Höhe von 62.3 Mill. Euro sollen 2009 vor allem in die Erneuerung des Trink- und Abwassernetzes gehen, nachdem der Investitionsschwerpunkt der letzten Jahre das Klärwerk im Rosental war. Erst rund ein Drittel der 5.700 km langen Leitungen und Kanäle wurde nach der Wende gebaut, die Hälfte stammt noch aus der Zeit vor dem zweiten Weltkrieg, 320 km sind mehr als 125 Jahre alt. Durch geänderte Förderrichtlinien müssen davon 480 Mill. Euro statt bisher 80 Mill. Euro über Kredit finanziert werden. (Quelle: LVZ, 29.12.2008)
  • Die KWL (615.000 Einwohner) sind dabei, ihr Einzugsgebiet deutlich auszuweiten und verhandeln dazu mit den Zweckverbänden Abwasser Espenhain (38.000 Einwohner) und Wasser/Abwasser Bornaer Land 68.000 Einwohner). 2007 trat bereits Wiedemar dem Zweckverband als einem der beiden KWL-Gesellschafter bei. (Quelle: LVZ, 01.10.2008)
  • OBM Jung spricht sich gegen eine Vertragsverlängerung Heiningers als LVB-GF aus, so lange staatsanwaltliche Ermittlungen laufen, und betont, dass die Vertragsverlängerung als GF der KWL 2006, vor Bekanntwerden der Vorwürfe, vollzogen worden ist. (Quelle: LVZ, 23.08.2008)
  • Die KWL will in der Region weiter expandieren und auch in Sachsen-Anhalt über Kooperationen mit Wasserzweckverbänden in die Wasserversorgung einsteigen. Dabei soll das Versorgungsgebiet von derzeit 620000 Einwohnern auf 750000 erweitert werden. Für die Zusammenarbeit mit Sachsen-Anhalt ist ein Staatsvertrag zwischen den beiden Bundesländern erforderlich. (Quelle: LVZ, 15.10.2007)
  • Bis 2012 wollen die Wasserwerke alle schadstoffbelasteten Hausanschlüsse (mit Bleirohren) ausgewechselt haben und dafür 25 bis 30 Mill. Euro investieren. Damit reagieren die KWL auf eine EU-Richtlinie mit neuen Grenzwerten, die Ende 2013 in Kraft tritt. Von den 2000 Euro, die ein Anschluss kostet, müsste der Hauseigentümer normalerweise ein Drittel bezahlen. Doch die Investitionskosten tragen die KWL diesmal komplett selbst, was deutlich unkompliziertere Arbeitsabläufe gestattet, da keine langwierigen Abstimmungen mit den Eigentümern erforderlich sind. (Quelle: LVZ, 05.10.2007)
  • Stadtrat Denecke (Linke) weist darauf hin, dass die teilweise doppelt so hohen Abwasserpreise im Leipziger Osten (AZV Parthe) auf handwerkliche Fehler der Gemeindegebietsreform Ende der 90er Jahre zurückgehen, in der die Auswirkungen auf die Bürger nur unzureichend berücksichtigt wurden. Leipzig hat den Austritt aus dem (durch überdimensionierte Investitionen Anfang der 90er Jahre hoch verschuldeten) AZV Parthe geprüft, aber festgestellt, dass dies mit einer finanziellen Belastung von etwa 12 Mill. Euro verbunden wäre. Die Preise werden nur im Zuge eines längeren Konsolidierungsprozesses des AZV Parthe sinken. (Quelle: LVZ, 05.10.2007)
  • Im Zusammenhang mit der Senkung der Abwasserpreise durch die KWL zum Januar 2008 erklären die KWL-Chefs Klaus Heininger und Andreas Schirmer: Pro Jahr entlasten wir den Standort damit um 4 Mill. Euro. Wir können die Preise senken, weil wir günstiger gewirtschaftet haben als geplant. Insbesondere die gesetzliche Abwasserabgabe ging durch bessere Klärung von 11.1 Mill. Euro (1999) auf 5.5 Mill. Euro (2006) zurück. Auch die Nutzung von Eigenenergie im Klärwerk Rosental wirkt sich positiv auf die Energiekosten des Unternehmens aus. Einen strategischen Partner brauchen wir nicht, wir lösen unsere Probleme sehr effizient alleine. Die Einsparung kommt nicht von ungefähr: die KWL ist als kommunales Unternehmen zur Weitergabe der Überschüsse an die Kunden verpflichtet. Seit 1994 wurde 1 Mrd. Euro in die Leipziger KWL-Infrastruktur investiert. Bis 2020 ist mit Blick auf das veraltete Netz noch mit erhöhten Investitionsaufwendungen vo jährlich 30 bis 35 Mill. Euro zu rechnen. Der Fixkostenanteil im Wasserpreis beträgt 80%. (Quelle: LVZ, 12.09.2007)
    • Nachsatz: Ähnliche Positionen und Argumente waren auch aus der SWL zu hören (Wille, Damm); die Stadtväter verkaufen trotzdem.--hgg 09:32, 13. Sep 2007 (CEST)
  • Die KWL haben ihre Jahresbilanz vorgelegt. Es wurde ein neues Rekordergebnis erreicht, ohne dass die Leipziger Wasserpreise angehoben werden mussten. Das soll sich auch bis Ende 2009 nicht ändern. Allerdings ist der Preis im Bundesvergleich sehr hoch: 206 Euro (Leipzig) gegenüber 151 Euro (Bundesdurchschnitt) für einen durchschnittlichen Ein-Personen-Haushalt. Der Pro-Kopf-Verbrauch ist weiter zurückgegangen auf 90 Liter pro Kopf (bundesweit 120 bis 140 Liter), womit sich die Fixkosten auf immer weniger Wasser verteilen. Das ist ein strukturelles Problem, das alle ostdeutschen Kommunen haben. Mit 22.6 Mill. Euro gehört das Unternehmen zu den Spitzenunternehmen der Branche in Deutschland. (Quelle: LVZ, 08.06.2007)
  • Für 62 Mill. Euro soll in den nächsten 12 Monaten neue Klärwerkstechnik angeschafft werden. 6 Mill. Euro gehen in eine Aufrüstung für Abwässerklärung entsprechend der neuen EU-Richtlinie, weitere 6 Mill. Euro in die Reaktivierung von drei Faultürmen, die bisher nie richtig funktioniert haben. Deren Biogasproduktion wird zur Stromgewinnung für den Eigenbedarf eingesetzt. Seit 1992 wurden über 1 Mrd. Euro investiert und damit der größte Teil des zur Wende vorhandenen Invstitionsstaus abgebaut. (Quelle: LVZ, 03.05.2007)
  • Wasserwerke küssen Stadtbad wach: Die LVZ berichtet in einer Reihe von Aufsätzen über Pläne, das Stadtbad mit Stiftungsgeldern in Höhe von 20 Mill. Euro unter Ägide der Wasserwerke Leipzig wieder zum Leben zu erwecken. Dies war auch der Hintergrund der Medienkampagne "blaue Herzchen" der letzten Wochen. Mehr unter Stadtbad (Quelle: LVZ 28.9.2006)
  • Interview mit den Geschäftsführern Andreas Schirmer und Klaus Heininger (Quelle: LVZ, ?.9.2006)
    • Abwasserabgabe, die KWL an den Freistaat für das Einleiten in Gewässer entrichten muss, hat sich durch Investitionen von 11.9 Mill. Euro (1999) auf 5.2 Mill. Euro (2006) verringert.
    • Beide plädieren für einen Erhalt des öffentlichen Monopols auf die Wasserversorgung. Am Beispiel der Privatisierungen in England wird demonstriert, dass eine Privatisierung mit wachsendem Instandhaltungsstau einhergehen kann.
    • Neben Geld bringen die KWL noch mehr in den städtischen Querverbund ein - ihre Bonität, die aus einer faktischen Halbierung des Kreditvolumens in den letzten Jahren herrührt.
    • Überlegungen zum Aufbau eines Zweckverbunds (über Beitritt zum Zewckverband Leipziger Land) mit der Gemeinde Wiedemar, sollen bis Ende 2006 zum erfolgreichen Abschluss gebracht werden. Gedacht als Pilotprojekt für andere Zweckverbände und Wasserunternehmen im Umkreis von 50 km.
    • Heute versorgen wir rund 600 000 Menschen. In 10 Jahren könnten es bei dieser Entwicklung 750 000 sein.
  • Die (finanzielle) Situation der KWL sieht gut aus: "Trotz des erneuten Rückgangs des Pro-Kopf-Verbrauchs von 92.3 (2004) auf 89.9 Liter (2005) haben die Wasserwerke im gleichen Zeitraum ihren Gewinn von 21.2 auf 22.1 Mill. Euro gesteigert. ... Von dem Rekordergenis bekommt die Stadt Leipzig etwa 20 Mill. Euro; etwa 2 Mill. Euro gehen an die Kommunen des Zweckverbands für Wasserversorgung und Abwasserbehandlung Leipzig-Land, der 25.33 % der Anteile hält. ... Die Eigenkapitalverzinsung liege bei 6 % und damit fast an der oberen Grenze des für kommunale Unternehmen zulässigen Spielraums. .. Wir wollen unsere Gewinne bei 22 Mill. Euro einpegeln, erklärte der kaufmännische Geschäftsführer Klaus Heininger." Dies ist auch ein Ergebnis des Umstands, dass "die (Leipziger) Preise für Wasser und Abwasser deutlich höher sind als in vergleichbaren wwestdeutschen Städten". Beide Geschäftsführer erklären, "dass sie sich vorstellen können, mit privaten Teilhabern zusammenzuarbeiten. Eine Privatisierung sei aber derzeit nicht in Sicht. Auch Pläne zur Privatisierung von Tochtergesellschaften gebe es nicht." (Quelle: LVZ, 5.5.2006)