Attac.2007-07-05

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Armut und Reichtum in Deutschland

Denktankstelle von Attac Leipzig

5. Juli 2007, 19 Uhr im "Stern des Südens", Karl-Liebknecht Str. 102

Ankündigung

Mehr als jeder Achte lebt in Deutschland in Armut, und das in einem der reichsten Länder der Welt. Was für ein Skandal!

Moralisch und existenziell besonders stark belastet sind dabei Menschen, die auf Sozialleistungen angewiesen sind, obwohl sie sich anstrengen, Arbeit zu finden. Selbst ein Arbeitsplatz bedeutet in vielen Fällen noch kein Entkommen aus der Armutsfalle.

Ergänzend zu Ingos Einladung noch ein paar thesenhafte Bemerkungen von Johannes:

1. "Armut und Reichtum in Deutschland" kann nur der Einstieg heißen. Dass das mit der Welt zusammenhängt und insgesamt Thema sein muss, ist wohl der nächstliegende Gedanke.

2. "Relative Armut" meint, dass die existenziellen Bedürfnisse in der Regel abgedeckt werden können. Muss deshalb bei uns nicht mehr von "Ungerechtigkeit" und deren Überwindung gesprochen werden?

3. Ob wir wollen oder nicht, wir werden wieder auf Konzepte des "Bedingungslosen Grundeinkommens", "Bürgergeld" u.ä. stoßen. Sind das echte Mittel zur Überwindung von "Ungerechtigkeit"?

4. Würde der Begriff der "Geistigen Armut" in solchen der elementaren Bedürfnisse ausgedrückt, wären Formulierungen angebracht: "Millionen von Menschen ernähren sich von schimmligen Resten und verdorbenem Wasser." Muss nicht viel mehr auf diese Seite eingegangen werden? Der Kapitalismus hat Interesse an Ruhigstellung durch Relativierung der materiellen Armut und Verabsolutierung geistiger Armut. Die Ressourcen geistigen Reichtums hängen von Bildung und sozialer Herkunft ab.

5. Im Kapitalismus sind "Armut" und "Reichtum" unüberwindbare Gegensätze und wichtige Antriebskräfte innerhalb dieses Systems. War die weitgehende Egalisierung dieser Widersprüche nicht eine der Ursachen für den Zusammenbruch des "realen Sozialismus"?

Allgemeines

Die "DenkTankStellen" von Attac-Leipzig sind offene und öffentliche Diskussionen und Reflexionsversuche über wichtige aktuelle Probleme. Sie finden in der Regel an jedem ersten Donnerstag im Monat, 19:00 h, statt. Dabei stehen nicht Wissenszuwachs durch Faktenvermittlung, sondern durch Denken und Diskutieren im Vordergrund. Und es soll Spaß machen.