APRIL.Braunschweig

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BS Energy

http://www.bs-energy.de

BS Energy ist der Regionalversorger in Braunschweig und in seiner Bedeutung vergleichbar mit den SWL.

In der LVZ, 17.4.2007, wird er - am Vorabend der Stadtratssitzung, in welcher die Fortführung des SWL-Privatisierungsverfahrens durch die Ausschreibung der Anteile abgesegnet werden soll - als interessantes Beispiel erfolgreicher Privatisierung dargestellt.

Die Fakten im Einzelnen:

  • Eine erste Privatisierung von 74.9% der Anteile erfolgt im Jahre 2001 an den amerikanischen Rentenfonds TXU
  • Dieser geht nach zwei Jahren Pleite und die Anteile in die Konkursmasse
  • Durch belastbar ausgehandelte Verträge (KPMG - wie in Leipzig) kann in einer Sekundärinsolvenz das Schlimmste verhütet und ein Stück kommunaler Kontrolle gesichert werden.
  • Zweitverkauf der Anteile im Jahre 2005 an Veolia. Seitdem - so LVZ - brummt der Laden.

Auf einer Diskussionsveranstaltung am 10.12.2007 erläutert Reinhold Hüls, GF von Veolia Deutschland, die Entwicklungen von BS Energy seit dem Einstieg von Veolia. Nach anfänglichen Bedenken habe das Zusammengehen immer mehr Befürworter gefunden. Wie von der Kommune erwartet wird am Standort investiert. Mittlerweile habe sich die Firma auch in öffentlichen Vergabeverfahren durchgesetzt und in Braunschweig die Stadtbeleuchtung und die Stadtentwässerung übernommen. (Quelle: LVZ, 12.12.2007)


Einige Reaktionen auf den LVZ-Artikel am 17.4.2007


Sehr geehrter Herr Hilder,

der Beitrag in der heutigen Ausgabe der LVZ über die heile Welt und den unendlichen Segen der Stadtwerkeprivatisierung in Braunschweig, läßt mich "meine Qualitätszeitung" nur noch mit einer Mischung aus Zorn und Resignation zuschlagen. Normalerweise steht über solchen Texten "Anzeige" darüber oder sie erscheinen in den Werbebroschüren von Veolia, KPMG und Co. Mit einer Analyse und sachorientierten Aufbereitung des Themas Privatisierung sowie der aktuellen, völlig verqueren Handhabung in Leipzig, hat Ihre Berichterstattung (seit vielen Monaten) leider nicht das Geringste zu tun. Journalistisch ist das eine Bankrotterklärung, als Textprobe für eine Bewerbung im PR-Bereich ist der heutige, prima getimte Beitrag allerdings große Klasse.

Für einen etwas differenzierteren Blickwinkel und das Einholen von Sachkunde empfehle ich aus der Vielzahl von Veröffentlichungen:

  • Grenzen der Privatisierung: Wann ist des Guten zu viel? Bericht an den Club of Rome / Federf. hrsg. v. Weizsäcker, Ernst Ulrich von / Young, Oran R / Finger, Matthias. - Suttgart : Hirzel, 2006
  • Privatisierung in Deutschland: eine Bilanz; von der Treuhand zu Public Private Partnership / Werner Rügemer. - Münster : Westfälisches Dampfboot, 2006
  • Privatisierung und Kommerzialisierung als Herausforderung regionaler Infrastrukturpolitik : eine Untersuchung der Berliner Strom-, Gas- und Wasserversorgung sowie Abwasserentsorgung / Jochen Monstadt ; Ulrike von Schlippenbach. - Berlin : difu, 2005
  • Schwarzbuch Privatisierung : Was opfern wir dem freien Markt? / Michel Reimon ; Christian Felber. - Wien : Ueberreuter, 2003

Mit eher enttäuschten Grüßen

Roland Quester, Stadtrat


"Nachruf zur "Erfolgsmeldung" der LVZ vom 17.04.2007 zur Privatisierung der Stadtwerke in Braunschweig

Die Finanzierung des bis heute ... unvermeidlichen Defizits des ÖPNV ist in Braunschweig nicht nachhaltig gesichert! Es wird aus dem im Laufe der Jahre abschmelzenden(!) Verkaufserlös bestritten! Und in ein paar Jahren .... gehen alle zu Fuß? Lassen Sie sich nicht vera...lbern, vor allem nicht beim kommunalen Wirtschaften und Eigentum! Wem nützt es?, frage ich mich als Bürger!

Jens Naumann, attac Leipzig

PS: private Medien "bringen es nicht" - sie desinformieren interessengesteuert die Öffentlichkeit!? Eventuell ein Fall für den Deutschen Presserat?