WAK.2009-05-04

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Veranstaltung der Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen

"Instrument Antikommunismus - Sonderfall Bundesrepublik"
Buchvorstellung und Gespräch
mit dem Autor Jan Korte, MdB, und den sächsischen Landtagsabgeordneten Caren Lay und Dr. Volker Külow
04. Mai 2009, 19:00 Uhr, Leipzig, Harkortstraße 10

Links:

  • Jan Korte. Instrument Antikommunismus - Sonderfall Bundesrepublik. Karl Dietz Verlag. Berlin 2009. http://www.jankorte.de

Ankündigung

... Kortes präzise Analyse des Antikommunismus und seiner historischen Funktion geht sicherlich vielen Linken, die antikommunistische Stigmatisierung am eigenen Leib erfahren haben, runter wie Öl - belegt sie doch den zutiefst ideologischen Charakter antikommunistischer Ressentiments, die nach wie vor einen wesentlichen Kitt der Konservativen, insbesondere der CDU, darstellt. Gleichwohl lässt Korte Kommunisten selbst jedoch nicht komplett aus der Verantwortung, sich kritisch mit den Fehlern der eigenen Geschichte auseiander zu setzen. Daher müsse man "eine antistalinistische Position einnehmen, um Antikommunismus glaubwürdig und nachhaltig bekämpfen zu können. Dies ist notwendig, um einen dritten Weg zum dedmokratischen Sozialismus finden zu können."

Caren Lay, aus der gedruckten Ankündigung

Bericht

Ich betrachte es als wichtige Prämisse einer umfassenden Kapitalismuskritik, auch die realsozialistischen Praxen genauer zu benennen und zu analysieren, welche für die Reproduktion antikommunistischer Ressentiments den Resonanzboden abgaben. Eine "antikapitalistische Linke" blendet das in ihren theoretischen Positionen weitgehend aus und eröffnet so ein weiteres Mal das Tor zur Marginalisierung linker Ansätze zur Gesellschaftsgestaltung.

Eine genaue Analyse stalinistischer Tendenzen in der Linken kommt aber um die Anerkennung nicht herum, dass es sich dabei nicht primär um ein historisches Phänomen handelt, sondern auch strukturelle Ursachen vorliegen, die heute noch fortwirken und nach wie vor eine durchschlagende Wirkung auf Strukturen und dominante Handlungsmuster der Linken ausüben.

Die Hinwendung der Linken zu den eigenen stalinistischen Wurzeln im 20. Jahr nach der Wende ist damit eine erstrangige Aufgabe, um nachhaltige Poltikfähigkeit zu erreichen. Im Gesprächskreis "Wege aus dem Kapitalismus Leipzig" spielte das Thema deshalb bereits mehrfach eine Rolle, so in den folgenden Diskussionen:

  • 22.04.2009: Linke Einheit und linke Vielfalt.
  • 01.04.2009: Schein und Sein - DIE LINKE und die Medien. Mit Christoph Nitz, Berlin
  • 17.12.2008: Canfora und Jünke - eine neue Stalinismusdebatte.

Wir können auf die Fortsetzung einer wichtigen Debatte hoffen und werden unseren Teil dazu beitragen.

Zum Thema passend auch die Aufzeichnungen der Konferenz "Das Grundgesetz: Offen für eine neue soziale Idee" am 06.+07.03.2009 in Leipzig.

Hans-Gert Gräbe, Leipzig, 24.04.2009